Die kulturelle Vielfalt Mexikos
Mexiko – das Land der Sombreros und des Chili. Viele Deutsche kennen es nur auf der Landkarte, und den Charme nur vom mexikanischen Restaurant um die Ecke. Mexiko bietet einen interessanten geschichtlichen Hintergrund seiner Kultur, und die landestypische Musik zieht viele in ihren Bann. Nicht nur der Einfluss der westlichen Welt in der jüngeren Zeit reflektiert die Kultur Mexikos, auch die Kolonisation der Spanier, welche 300 Jahre andauerte, und die präkolumbianischen Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen.
Die Kultur Mexikos ist geprägt von der Vergangenheit.
Die offizielle Landessprache Mexikos ist Spanisch, doch auch viele Dialekte, meist indianischer Herkunft, sind noch aktiv vertreten. Im heutigen mexikanischen Spanisch finden sich sogar einige Wörter dieser Dialekte wieder. Die Religionsangehörigkeit der Mexikaner ist weniger in den traditionellen Religionen vertreten als man meinen möchte. Gut 90 % der circa 111 Millionen Einwohner sind katholisch, circa 7 % zählen zu den Protestanten, und lediglich 3 % teilen sich auf die Traditionsreligionen Mexikos auf. Neben der Religion hat die Familie einen hohen Stellenwert in Mexiko. Die Kinder leben bis zu ihrer eigenen Hochzeit im Haus der Eltern, und auch danach steht die Familienverbundenheit an erster Stelle. Diese Verbundenheit zur Familie erklärt auch die sehr niedrigen Scheidungsraten des Landes. Auch in Bezug auf Dichtung und Literatur kann Mexiko auf eine lange, erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Juana Inès de la Cruz mit ihren feinsinnigen Gedichten, Octavio Paz, ein Dichter der für eines seiner großen Werke den Nobelpreis für Literatur erhielt und auch Josè Joaquin Fernàndez de Lizardi mit seiner Satire El Periquillo Sarniento prägen die literarische Kultur Mexikos.
Die Geschichte der mexikanischen Musik.
Die Wurzeln der traditionellen mexikanischen Musik liegen in der präkolumbianisch-indianischen Kultur. Eine kultische Rolle spielte sie in der Welt der Azteken. Die Musikinstrumente bestanden aus einfachen Alltagsdingen. Als Trommel wurden Schildkrötenpanzer, Holz oder Ton verwendet. Auch Muscheln oder Muschelhörner wurden zum Musizieren genutzt, und verleihen der Musik der Azteken ihren typischen, traditionellen Charme. Noch heute können Auftritte mit der Tradition entsprechenden Instrumenten bestaunt werden. Diese indianische Musik wurde erstmals von den Mönchen Bernardino de Sahagùn und Juan de Tequemada aufgezeichnet. Nach der Eroberung durch die Spanier konnten die Tempelmusiker in den spanischen Kirchen weitermusizieren. Drei Jahre später wurde die erste Musikschule von dem Mönch Pedro de Gante gegründet und schon kurze Zeit später folgte der Bau der ersten Orgel durch Indianerhand.
Musikalische Talente
Die Indianer faszinierten mit der Begabung, meist ohne überhaupt Noten lesen zu können, schwierige Orgelstücke zu spielen und komplexe Kirchenchoräle zu singen. Sie verfügten über ein unglaubliches Talent sämtliche Texte und Stücke auswendig zu lernen, und das Verständnis für musikalische Harmonie war hervorragend. Bis heute begeistert die mexikanische Musik weltweit die Menschen. Die Stücke sind natürlich moderner geworden, aber der typische Charme der traditionellen Art der Musik versteckt sich im Hintergrund auch heute noch in den bekannten Liedern dieses Landes. Kein anderes Land setzt bei seiner Musik so sehr auf seine Muttersprache wie Mexiko. Kaum ein Lied wird in einer anderen Sprache gesungen. Aber gerade das gibt der mexikanischen Musik seinen ganz eigenen Charakter, der durch eine andere Sprache minimiert würde.
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